An dieser Stelle erstmal ein dickes Sorry für den nicht weitergeführten Blog. Es ist eine Menge positives vorgefallen, dass wir uns erstmal sammeln müssen.

Eins kann ich vorweg schon schreiben, wir sind schwer von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Polen beeindruckt.

Unser Hotel befindet sich an einem See mitten im Wald. Die Jungs und ich haben geschlafen wie Babys.

Mehr Informationen und was uns alles so passiert ist folgt etwas später. Wichtig ist nur, dass es uns allen gut geht.

Update 16:00

Kurzer Zwischenstand. Wir sind ca. 45km vor Breslau und werden wohl zwischen 17:00 – 18:00 Uhr im Hotel sein. Roman und ich werden zusammen den letzten Tag in einem Sonderbeitag für alle Leser aufarbeiten.

Die letzten 24h müssen erstmal in Worte gefasst werden. Vorweg als Info… Wir haben Ca. 200 neue Bilder und eine Auswahl werden hier veröffentlicht.

Update 19:55 Uhr

Wie versprochen kommt nun ein etwas größeres Update hier im Blog. Hierzu würde ich gern Roman das Zepter übergeben.

….

Vielen Dank mein lieber Freund Steffen, dass ich im Namen aller Euch in der fernen Heimat unsere Erlebnisse und Begebenheiten der letzten 24 Stunden in Kurzform erzählen darf. Ich versuche, nichts zu vergessen. Bitte nehmt Euch ein paar Minuten mehr Zeit.

Wo fange ich an….nun, um es mal so zu sagen, gestern morgen hatten wir den tiefsten Punkt unserer gesamten Tour. Tags zuvor sind wir mit einem Schreck in Kattowitz davongekommen. An den Regen hatten wir uns ja bereits gewöhnt. Doch es hörte nicht auf zu schiffen. Die Stimmung war im Keller und wir dementsprechend angespannt.

Wir sind morgens gegen 10 Uhr gestartet, im strömenden Regen, und standen sogleich im Stau. Der nächste Aussetzer bei EMI folgte prompt. Eigentlich wollten wir zu einer Werkstatt, haben dann doch gleich kehrt gemacht und sind zum Sender Gleiwitz gefahren. Ein imposantes Holzbauwerk erwartete uns. Nach einer kurzen Foto Minute ging es weiter. Wir wollten nur noch aus dem „Hexenregenkessel“. Richtung Westen. Ziel: über Zellin, Oppeln zu einem kleinen Hotel an einem Waldsee.

Bis Krapkowitz nur Regen, Regen, Regen. Dann abrupt Sonnenschein. Zellin lag greifbar vor uns. Ich erinnerte mich an dieser Stelle an meine Gefühle de vergangenen Jahres und fragte mich, wie wird sich Mariechen wohl fühlen… . Dann das Eingangsschild. Ich hatte die Adresse. Das Haus war schnell gefunden. Im Augenblick wird es gerade saniert und hat einen weitere Etage bekommen. Früher war es einmal eine alte Bäckerei. Es dauerte auch nicht lange, und schon sammelte sich die „Dorfjugend“ um uns.

Erstaunlich viele sprachen gutes Deutsch. Nach kurzer  Zeit gesellte sich ein älterer Mann zu uns und lud uns spontan zu ihm nach Hause ein. Er konnte fast perfekt deutsch. Zu Hause bei ihm…wir waren sprachlos. Soviel Gastfreundschaft haben wir noch nie erlebt. Ums kurz zu machen, wir waren über 2 Stunden bei Josef und Maria. Zwei Sachen verbanden uns sofort, die Liebe zu alten Motorrädern (an dieser Stelle ganz liebe Grüsse an Euch und Martin) und die Familiengeschichte von Mariechen. Josef ist in Zellin geboren und kennt und kannte alle. Auch die noch lebenden Verwandten. Die Kontaktdaten darf ich weitergeben. Zum Abschied schenkte ihnen Steffen spontan seine Tourtasse, soviel Menschlichkeit brachte ihn und uns in Verlegenheit. Und so war es uns auch eine Selbstverständlichkeit, uns mit einem Paket Kaffee zu bedanken, den wir in dem örtlichen Konsum erwarben, wo Josef kurz zuvor extra für uns Karamelwaffeln und Schokoladenwaffeln kaufte.

Kaffee & Waffeln bei Joseph und Maria
Kaffee & Waffeln bei Joseph und Maria
Wir haben uns gut verstanden
Wir haben uns gut verstanden
Joseph mit Biker Peace auf der MZ TS 250 Gespann
Joseph mit Biker Peace auf der MZ TS 250 Gespann

Nach dieser Begebenheit waren wir felsenfest überzeugt, mehr kann man an einem Tag nicht erfahren. Morgens betrübt, nachmittags himmelhochjauchzend. Stimmt auch, aber nicht wenn man die Nacht hinzu zählt. Doch der Reihe nach:

Wir starteten wie gesagt nach dem zweistündigen Kaffeplausch gen Oppeln. Die Fahrt verlief ruhig durch traumhafte Dörfer. Kurze Stipvisite im Schloss Moschen, Kurzhalt auf halbem Wege, bis Oppeln. Dann war EMI wieder dran. Sie brauchte eine Sonderbehandlung. Eine etwas längere. Die Uhr ging auf halb acht zu, und wir standen nach immer an einer Tankstelle irgendwo in Oppeln. Ich entschied, Christian und Steffen ins Hotel vorfahren zu lassen, damit wenigstens die Zimmer fest sind (Anreise war eigentlich bis 20 Uhr, ich hatte schon telefoniert, das es später wird). Beide murrten, liessen sich dann aber doch überzeugen. Ich vertraute Christian meinen „Steffen“ an. Er hatte sich schon öfter als idealer Fährtenleser erwiesen.

Die beiden fuhren los. Noch um die 30 km waren es. Aber EMI hatte ihren eigenen Kopf. Sie wollte erst nach einer knappen Stunde anspringen. Doch weit sind wir nicht gekommen. Uhrzeit 20:45 Uhr, das Telefon klingelt, Steffen und Christian sind im Hotel, wir standen derweil mit EMI am Ortsausgang Oppeln. Es hiess warten.

Ab hier habe nicht nur ich mein Zeitgefühl für die nächsten 10 Stunden verloren. Ja, 10 Stunden.

Irgendwann sprang sie an, um uns dann auf einer einsamen Landstrasse, in einem Nest was nicht mal einen Namen hatte dafür aber eine Strassenlaterne, gegen 22 Uhr wieder zu verlassen. Diesmal endgültig. Lagerschaden an der Lichtmaschine. Der Supergau. Sollte das das Aus sein?

Es dauerte nicht lange, und, woher er kam weis ich nicht mehr, es hielt ein Harleyfahrer an, der gut deutsch konnte. Was sich dann die nächsten Stunden zugetragen hatte, lässt sich mit Worten nicht beschreiben.

Steffen und Christian haben im Hotel Hilfe organisiert, parallel dazu der Harleyfahrer seine Jungs angerufen und in die Werkstatt  ein Dorf weiter beirdert. Der Hotelchef schickte zwei Jungs mit einem Jeep los. Sie hatten bereits Feierabend. Egal. Parallel dazu rief er in einer Gastwirtschaft in der Nähe an. Der Kneiper will seine Garage ausräumen, damit die Emi sicher steht. Jeder wollte helfen, mitten in der Nacht. Und alle kamen sie auch, sodass wir entscheiden mussten, wer uns jetzt WIE helfen darf. Kurz: Hardi, Jürgen und ich sind kurz ins Hotel zum essen. Die Cheffin hat extra für uns noch was zu Essen gemacht, ihr Mann den Transport von Hardi im Jeep organisiert. Die EMI wurde in eine Harleywerkstatt gebracht, ein Mechaniker und ein Elektriker wurden aus dem Bett geholt und zum Arbeiten an der EMI verdonnert. Sie kamen sofort. Hardi, Jürgen und ich sind nach dem Essen zu dritt auf dem Gespann auch dorthin und haben bis morgens um halb sieben an der EMI gewerkelt. Ich kann mich noch an den Spruch „Now its Sunrise“ erinnern. Er liegt mir immer noch im Ohr. Wo die Zeit geblieben ist, keine Ahnung. Wir wissen nur, das in der EMI jetzt Kugellager aus einem Kinder Fahrrad verbaut wurden, Schrumpfschläuche von Audi mit Klebstoff kamen (VW soll sowas nicht haben), Automotiv-kabel zum Einsatz kamen, irgendein Schweißgerät funktionierte, das Getriebe, Hinterrad und Kardan ab waren, irgendjemand nachts noch einen Unterbrecher für die EMI besorgen oder reparieren konnte, und und und  es gab Piwo. Auf die Frage, wann die Jungs schlafen wollten, hiess es nur „Morgen, Morgen….Kein Problem….Gucken sie bitte…) stellt Euch das bitte mit polnischem Akzent vor).

Hartmut und Leshko bei Piwo
Hartmut und Leschko bei Piwo
Jürgen & Hartmut machen die EMW wieder flott
Jürgen & Hartmut machen die EMW wieder flott
Roman & Christian beim MZ Checkup
Roman & Christian beim MZ Checkup
Erfahrungsaustausch mit Roman, Pavel & Hartmut
Erfahrungsaustausch mit Roman, Pavel & Hartmut
Jürgen, Pawel, Pjortek Hartmut & Jürgen am Schrauben ... mehr geht nicht
Jürgen, Pawel, Pjortek Hartmut & Jürgen am Schrauben … mehr geht nicht
Die EMW bei Ihrer polnische GR
Die EMW bei Ihrer polnische GR
Morgendliche Impressionen aus Schlesien
Morgendliche Impressionen aus Schlesien
Sonnenaufgang in Schlesien, mehr geht nicht
Sonnenaufgang in Schlesien, mehr geht nicht

Wir drei waren morgens um 7 Uhr im Hotel, haben dreieinhalb Stunden geschlafen, gefrühstückt, Sachen gepackt und sind dann alle zusammen zu dem polnischen Bikern hin. Der Grill war bereits an, die Würstchen fast gar und das Piwo kalt. Aber die Teufelskerle haben das Unmögliche geschafft. Aus nichts irgendwas. Und es hat funktioniert. EMI lief und hat Hardi heute bis Breslau getragen. Fehlerfrei.

Lieber Leschek, Pjotrek, Pawel:

Ihr verdient die Namen:

Pan Dr. Organisatije

Pan Dr. Mechanique

Pan Dr. Elektrique

Aufrichtigen Dank für alles. Und, versprochen ist versprochen. Wir sehen uns im Garten!!!

 Lieber Miroslav,

so einen rührigen Hotelchef haben wir noch nicht kennengelernt. Wir sehen uns zum Quadfahren!

Dschenkuje Barzo, do wizenja!

Die weiteren Erlebnisse des heutigen Tages wird Euch in gewohnter Weise mein Freund Steffen schreiben. Gute Nacht von meiner Seite, ich hab ein dringendes Schlafdefizit.

5 Comments

  • Anja, Antje, Anja

    Hallo,
    viele Grüße von Roman´s Helferinnen aus dem sonnigen NB!
    Wir freuen uns, dass es allen gut geht und wünschen weiterhin gute Fahrt ohne Zwischenfälle.
    Achso, die Wände vom Wartezimmer sollten doch pink mit blauen Punkten und grünen Streifen, oder!?
    Sieht jedenfalls gut aus!
    Liebe Grüße
    Anja, Antje und Anja

  • Andrea

    Hallo Jungs! Schön, dass es Euch so gut geht. Hoffe, mit der EMI ist alles wieder ok? Man liest ja kaum noch was von Euch, wahrscheinlich seid Ihr ständig im Funkloch Wenigstens klappt es mit den Bildern. Wir wünschen Euch noch sehr viel Spaß und genießt das (hoffentlich) schöne Wetter und die Eindrücke. LG aus NB

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