Der Reisebericht wird aktuell überarbeitet!

Wie Ihr wisst, haben wir bereits im letzten Jahr besprochen, daß uns diesmal die alte Technik in die Heimat von Romans und Normans Eltern tragen soll. Natürlich sollten uns auch unterwegs ein paar „Highlights“ den Weg dorthin und zurück versüßen. Also machte sich Roman bereits im September 2011 an die Tourplanung.

DIESMAL MIT DABEI:
  • Hartmut EMW R 35/3 Bj. 1952
    Roman MZ ES 175/1 Bj. 1964
    Norman MZ ES 175/1 Bj. 1966
    Steffen MZ ES 250/2 Bj. 1971
    Mutti und Vati Fiat WoMo aus den 1990ern mit Finie (16 Jahre alte Dackelmischlingsoma)
ROMANS (MEINE) GEDANKEN WAREN:

...Bei meinem Blick über die Landkarte und mögliche Strecke fielen mir Schlagwörter wie Ostwall, Dampflok-BW, Breslau, Schneekoppe, Krummhübel (Ort gestörter Gravitation) und Hirschberg auf. Amtlich war, daß auf alle Fälle sämtliche Autobahnen gemieden werden mussten, und Landstraßen absoluten Vorrang hatten. Auch sollten die Etappen maximal 250 km pro Tag sein. Gesagt - getan, nach kurzer Zeit stand die Route fest und der Reisebericht kann jetzt folgen...:

1. TAG 10.6.2012 NACH KESZYCA LESNA (OSTWALL)

Wir haben uns am frühen Sonntag Morgen um 8.30 Uhr an der ELF-Tanke in NB getroffen.

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(Wer sich hinter Wem versteckt, erfahrt Ihr beim Gruppenbild ein paar Zeilen tiefer…)

Von dort sollte es über Woldegk – Prenzlau – Schwedt – Küstrin – Sulecin nach Keszyca Lesna, einem ehemaligen Militärdorf mit Hotel, gehen. Doch weit sind wir nicht gekommen. Bereits nach 25 km endete unsere Fahrt abrupt in Woldegk. Die EMW (Emi) ging aus.

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Ein kurzer Sichtcheck bestätigte erste Vermutungen – Batterietod. Also schnell die Ersatzbakterie (ugs. für Batterie) raus, eingebaut und weiter. Wir sind ohne Pause bis Schwedt durchgefahren. Am Ortseingang an einer Ampel ging plötzlich wieder die Emi aus. Wieder kein Saft mehr in der Batterie. Roman schwante Böses. Fix das Meßgerät rausgeholt – 4,2 Volt. Mist. Die Bakterie ist auch hinüber (Zellentod). Hartmut konnte sich das nicht erklären, wurde doch noch bei der Überprüfung vor drei Tagen die Lichtmaschine mit einer Ladespannung von 8,2 Volt (!!!) für gut befunden. Roman hörte diese Zahl und ihm wurde anders. Egal, wir wollten und mussten weiter. Also fix die Emi angeschoben (was nicht das einzige Mal auf der ersten Etappe sein sollte) und weiter gings.

In Choijna wurden erstmals die Vorräte ergänzt und die Emi wieder angeschoben. Der Wettergott spielte hervorragend mit und wir kamen zügig voran. Sonne und Wolken machten die Fahrt angenehm. Irgendwo vor Küstrin haben wir noch einmal eine kleine Pause eingelegt, da wir unsere polnischen Telefonkarten aufladen mussten. Essen wollten wir eigentlich in Küstrin, doch Steffen hatte sich ganz fix so ein kleines Hotdog-Dingens organisiert. Wir restlichen Mitstreiter blieben standhaft. Bis Küstrin waren es nur noch ein paar Kilometer.

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Am Ortsausgang von Küstrin erwartete uns an der ehemaligen „Bastion“ eine leckere Gaststätte. Bei Steinpilzsuppe, Jurek und ordentlichen Fleischgerichten haben wir uns erstmal anständig gestärkt. Vor uns lagen nur noch knappe 70 km, davon 60 km über kleine Landstraßen.

Unser Weg führte uns vorbei an Wiesen und Feldern, durch kleine verschlafene Dörfer und über wunderschöne Alleen. Zwischendrin mal hin und wieder ein paar unbeschrankte Bahnübergänge, die wir ja schon aus dem letzten Jahr kannten und an denen wir immer ordnungsgemäß angehalten haben. Das empfehlen wir übrigens Jedem!

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Nach einer Weile brannte uns, einem ganz besonders, der Hintern. Also schnell ein ruhiges Plätzchen gesucht und angehalten. Mutti kochte für uns hervorragenden Krümelkaffee und wir ließen es uns richtig gut gehen. Das folgende Foto entstand dabei (ist übrigens nicht nur mein Lieblingsfoto dieser Reise):

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… ein Wunder das Steffen schon wieder sitzen konnte… (Gruppenbild, v.l.n.r.: Finie, Mutti, Vati, Hartmut, Roman, Norman, Steffen)

Die mittlerweile übliche Anschiebeprozedur der Emi lief wie geschmiert und wir erreichten unser Hotel, wo wir freundlich empfangen worden sind. Es liegt wirklich malerisch mitten in einem Kiefernwald unweit eines See gelegen. Zu früherer Zeit war es mal die Schule für das gesamte Militäranwesen. (www.hotelkeszycalesna.pl) .Wir können es nur wärmstens empfehlen. Dabei wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal, dass es noch häufiger als geplant unsere Beherbergung bei der Reise werden sollte.

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Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, hieß es erstmal ordentlich zu Abend essen. Standesgemäß mit Piwo sokiem, Jurek und Riesenschaschlik (Schaschwik). Nach der Stärkung erwartete uns ja noch ein bißchen Arbeit an der Emi. Roman wollte unbedingt den Strömlingen auf den Zahn fühlen. Also Meßgerät ausgepackt und ran an die Arbeit. Dann kam das große Entsetzen: Die Lichtmaschine lieferte unter Last in Spitzen bis 18 (!!!!) Volt. Mehr als dreimal soviel wie normalweise. Nun war Roman auch klar, warum zwei Batterien den Zellentod gestorben sind. Diese Erkenntnis war bitter. Hartmut stach noch in die Wunde als er sagte, dass die alte Batterie vor 2 Wochen kaputt gegangen sei (war ausgelaufen). Als Roman das hörte, ärgerte er sich gewaltig. Sie war bestimmt nicht ausgelaufen sondern übergekocht. Hätte er das nur vorher gewusst. Egal, jetzt hieß es handeln und nicht lamentieren. Irgendwie musste der Reglerschalter nachjustiert werden. Mit viel Fingerspitzengefühl und unendlichen Versuchen hatte unser „Kabelaffe“ dann einen Wert eingestellt, der ihm sympathisierte (Foto). Nun musste nur noch eine neue Batterie organisiert werden.

Ganz nebenbei bemerkten wir beim Umherschieben der Emi, daß irgendetwas in der Bremstrommel klackt und schleift. Also fix noch das Hinterrad raus – und da war die ernüchternde Bescherung. Eine Bremsbacke war gebrochen. Der Supergau. Eine Batterie zu organisieren dürfte in Polen noch möglich sein, eine Bremsbacke hingegen… . Also hieß es erstmal telefonieren.

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Nach unendlichen Telefonaten stand folgendes fest: Eine Batterie ist in Polen nicht zu bekommen. Eine Bremsbacke erst recht nicht. Eine 24 h Expreßlieferung mit UPS und Co. geht nicht. Über den ADAC wäre es in 48-72 h möglich, dann müssten die Ersatzteile aber erst nach München geschickt werden und wir könnten sie in Breslau vom Flughafen abholen. Wir könnten auch selbst einen Kurier suchen, der ADAC würde die Kosten erstatten. Also wieder telefonieren. Eine Batterie hat Roman in NB organisiert, eine Bremsbacke auch, eine ganze Lichtmaschine auch. Fehlte also nur noch der Kurier.

Unsere Tourplanung war somit definitiv durcheinander. Vor Montag (morgen) können wir nichts mehr ausrichten. Roman schnappte sich also die Karte und plante um. Definitiv fällt am Montag die Weiterfahrt nach Wolstyn zum letzten Dampflok-Bahnbetriebswerk Europas, wo Dampfrösser noch im Regelbetrieb fahren – aus. Wir müssen demzufolge hier zwei Nächte bleiben um Zeit zu gewinnen. Dafür dann am Dienstag nach Breslau durchfahren, denn dort sind die Zimmer schon gebucht (Warum? – Dazu später mehr…).

2. TAG 11.06.2012 BESICHTIGUNG OSTWALL UND WEITERFAHRT NACH WOLSTYN – BLEIBEN IM HOTEL

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Es hieß früh aufstehen. Das Frühstück war fürstlich. Der Besichtigungstermin war auf 13 Uhr fest gebucht. Die Zeit bis dahin musste mit der Organisation der Kurierfahrt genutzt werden (..worum sich Roman hingebungsvoll kümmerte). Um 9.12 Uhr kam die Rückmeldung, daß alle Ersatzteile abholbereit stehen. Es fehlte der Fahrer. 9.27 Uhr, endlich war ein Kurier gefunden worden, Routenbeschreibung per Telefon und SMS, 9.47 Uhr, der Kurier steht im Stau, 10.51 Uhr, der Kurier hat die Teile und fährt los, muß vorher noch über Berlin. Wir verständigten uns auf 17 Uhr im Hotel, was recht war.

Bis zur Besichtigung des Ostwall hatten wir noch etwas Zeit und so erkundeten wir die gesamte Anlage, samt See und Bootsausleihe. Kleiner Hintergrund: Dieses Militärdorf wurde am Rande des Dorfes Keszyca gebaut und diente als Unterkunft für Wehrmachtsangehörige samt Familien, die im Ostwall beschäftigt waren. Mit etwas Verspätung starteten wir zum Ostwall, genauer gesagt zur Buschener Schleife http://www.petla-boryszynska.de . Roman hatte im Vorfeld eine dreistündige Führung gebucht. Wer es uns nachmachen möchte – nehmt die Führung, es ist wahnsinnig interessant. Buchen könnt Ihr den Guide Peter (über o.g. Homepage zu erreichen), er ist Deutscher und kennt sich bestens aus! Bestellt bei der Gelegenheit auch ganz liebe Grüße von uns. Bewusst verraten wir hier nicht mehr über das, was wir gesehen und erlebt haben.

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Unsere Besichtigungstour dauerte natürlich fast 1 Stunde länger als geplant. Wir mussten uns sputen. Also schnell zurück zum Hotel, der Kurier müsste jeden Augenblick da sein. Und das war er auch! Voller Tatendrang ging es nach einem ordentlichen Abendbrot sogleich an die Arbeit. Der Kurierfahrer war beim Essen unser Gast und machte sich anschließend gleich auf den Heimweg.

Zuerst der Batteriewechsel, antreten, Kontrolle der Bordspannung unter Belastung und Leerlauf – perfekt. Dann Hinterrad raus, Bremsankerplatte ab, alte Bremsbacken runter, saubermachen, neue drauf, zusammenbauen, Drehprobe – oh mein Gott, was ist das? Das Rad blockiert und schleift wieder. Also wieder alles auseinander, Kontrolle, hm, nichts zu sehen. Wieder alles zusammenbauen. Drehkontrolle – Mist, Rad blockiert wieder. Unsere Gesichter wurden immer länger. Uns schwante Böses, richtig Böses. Egal, Rad wieder raus, der Kardan musste auseinander. Beim Rausdrehen der Ölkontrollschraube des Kardans dann die Verwirklichung unser Vorahnung. Auf dem Foto seht Ihr die Reste des Schneckenrades. Damit war das Aus für die Emi endgültig besiegelt. Doch was jetzt? Der Kurier war schon gut 40 Minuten weg, sollte die Emi hier bleiben? Hartmut auch (er hatte richtige Schlappohren bis zum Boden)? Dabei war er es, der vor der Tour sagte: ...keiner wird zurückgelassen.... Roman rief den Kurier an und fragte, ob er umdrehen und die Emi mit nach Hause nehmen könnte. Das spontane `Ja´ von ihm klang wie Musik in seinen Ohren. Damit stand folgendes fest: Die Emi kommt nach Hause und Hartmut steigt zu Mutti, Vati und Finie ins Wohnmobil. Ob er will oder nicht, zurückgelassen wird keiner.

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Der Kurier war nach knapp einer Stunde wieder da, die Emi wurde verladen. Wir konnten den Fahrer noch überzeugen, eine Nacht mit uns im Hotel zu bleiben. Nach einem kurzen Telefonat gab es das Okay vom Chef. Einige Piwos später gingen wir ins Bett, traurig und froh zugleich.

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Wie schon weiter oben erwähnt, hatte Roman die Tour umgeplant. Morgen stand die große Etappe nach Breslau auf dem Programm. Wolstyn war gestorben. Auch die ursprünglich geplante Route entlang der Oder musste zugunsten einer Schnellstraße und dem damit verbundenen Zeitgewinn verkürzt werden. Alles egal, es musste weitergehen.

TAG 3 12.06.2012 NACH BRESLAU

Morgens um 7 Uhr hieß es Frühstück fassen, um 8 Uhr war Abfahrt. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg nach Breslau über Swiebodzyn und Nowa Sol. Wie gesagt, Roman hatte einen Großteil der Strecke über die Schnellstraße umgeplant. Somit gab es nicht wirklich viel Abwechselung, außer ein paar Daumen hoch und einmal auch den Stinkefinger. In Swiebodzyn haben wir kurz getankt und dann nur Kilometer geschrubbt.

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Nach circa 100 km haben wir nochmals die Vorräte ergänzt, und ich glaube, Steffen bekam hier seinen Spitznamen „Raupe“ weg. Warum? Nunja, wir wollten eigentlich erst viel später was essen, aber Steffen hatte mal wieder einen HotDog am Hals, konnte es also kaum erwarten „Futter“ zu fassen. Seitdem musste er sich dann dauernd Sprüche von Vati gefallen lassen wie: …du brauchst noch was zur Verpuppung…aus dir soll ja mal ein Riesenschmetterling werden…etc. Er nahm es sportlich und wir stimmten in die „Verraupichung“ mit ein.

Hinter Nowa Sol sind wir auf die Nebenstraße und dann immer parallel zur Oder entlang nach Breslau. Ein kleiner Zwischenstop hinterm Deich durfte natürlich auch nicht fehlen. Als kleines Schmankerl trug sich hier folgende Begebenheit zu: Die Wohnmobiltür öffnete sich, Mutti und Vati stiegen aus, dann Hartmut, in der Hand die Leine für Finie, mit den Worten …komm Finie…komm…Gassie gehen… zog er an der Leine und versuchte die alte Dame zu einer Pippipause zu überreden. Wir haben schallend gelacht! Somit hatte der leidgeplagte „Hardi“ eine neue Aufgabe und Herausforderung für den Rest der Reise.

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In Breslau angekommen haben wir auf Anhieb unser Hotel gefunden. Es war niegelnagelneu und wir können es ebenfalls nur jedem empfehlen. Gott sei Dank hatte Roman es noch vor der Reise gebucht, da er von Steffen am Mittwoch vor Fahrtantritt darauf hingewiesen wurde, daß am heutigen Dienstag in Breslau ein EM-Fußballspiel ist, und demzufolge die Hotelplätze knapp sein könnten. Dem war auch so.

Bei unserer Ankunft fragten gerade andere Gäste nach freien Zimmern, was verneint wurde. Lediglich in einem Luxushotel in der Innenstadt sind wohl noch Zimmer für einige hundert Euro zu haben. Wir sahen uns an und dachten – alles richtig gemacht.

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Gegenüber vom Hotel befand sich eine Autoverwertung. Folgende Bilder sprechen für sich. Nur ausgefallene Modelle.

Der Tag war noch jung und uns dürtste es nach „Kulturprogramm“. Das Taxi war schnell bestellt und es ging für 30 Zloty in die Innenstadt. Dort angekommen staunten wir nicht schlecht, berittene Polizisten, Maschinenpistolen und eine riesige Fanmeile. Es roch nach der großen weiten Welt. Wir verstanden uns wortlos, nichts wie ab in die Fanmeile. Am Eingang natürlich Leibesvisitation. Wer wurde aufgehalten? Natürlich, unsere „Raupe“. Warum? Nunja, sie hatte halt eine ganze Stange Zigaretten im Gepäck und wurde des Dealens verdächtigt. Mit einem bißchen „internationaler Sprache“ war das Problem schnell gelöst.

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Um an etwas Eßbares und Trinkbares in der Fanmeile zu kommen, mussten wir einen sogenannten „PayPass“ erwerben. Er funktioniert wie eine Prepaidkarte, d.h. Geld am Schalter abgeben und Betrag auf die Karte buchen. Dies erspart lange Wechselgeldprozeduren, da alles per Funk an den Ständen abgebucht wird. Genial. Wir waren mittendrin im Geschehen. Die folgenden Bilder geben einen kleinen Eindruck. Im zweiten Fußballspiel des Abends traf Polen auf Rußland, und bei uns tobte der Bär.

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Irgendwie sind Hardi und Norman zu ihrer Kriegsbemalung gekommen. Roman wurde aufgrund der Menschenmassen irgendwie komisch und zog es vor, etwas an den Rand zu gehen. Man konnte nicht mehr treten.

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Zum Ende der ersten Halbzeit setzte sich die ganze Menschenmasse in Bewegung. Anscheinend wollte sie in den anderen Bereich der Fanmeile, welche auf dem benachbarten Platz hinter einer Häuserecke war. Problematisch war nur, daß die Menschen dort selbiges nur umgekeht vorhatten. Das Gedränge an dem Durchgang war unerträglich. Steffen und den anderen wurde mulmig, als Ordnungskräfte mit Schlagstöcken sich einen Weg bahnten. Im Schlepptau hatten sie zwei bewusstlose Mädchen, die in Laken lagen. Die Situation wurde brenzlig. Wir fassten uns alle fest an die Hand. Da Roman der größte war, ist er vorweg und hat die anderen hinter sich hergezogen. Nach circa 50 Metern lichtete sich das Feld und wir konnten durchatmen. Wir dachten nur daran was passiert, wenn eine Panik ausgebrochen wäre. Mit anderen Worten – wir hatten genug vom Abend. An einem Fanshop noch schnell ein paar Shirts für die Daheimgebliebenen gekauft und dann nichts wie raus. Doch weit kamen wir nicht, unsere „Raupe“ hatte einen Maiskolbenstand erspäht. Also noch schnell gestärkt, dann zum Taxistand und ab ins Hotel.

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TAG 4 13.6.2012 NACH BRAUNAU/BROUMOV (TSCHECHIEN)

Der Morgen begrüßte uns mit Regen und Donner, das leckere Frühstück tröstete darüber hinweg und, wir lagen im Zeitplan! Noch ein kurzer Check der Maschinen (Ölstand, Unterbrecher, Kette) und dann ging es auf die Piste. Petrus hatte das Nachsehen, der Regen hörte auf. Vor uns lag die erste Bergetappe gen Riesengebirge.

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Um die Stadtdurchfahrt von Breslau zu meiden, sind wir ein kleines Stück über die Autobahn. Dann weiter bis Swidnica. Auf dem Marktplatz entstanden dort bei einem kleinen Stop die folgenden Eindrücke.

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Die Straßen wurden merklich bergiger. Steigungen von 10% und mehr wechselten sich mit Gefällen ab. Ehe wir uns versahen, stand plötzlich das Grenzschild zu Tschechien. Nun war es nicht mehr weit. Wir betraten die Heimat von Romans Vater.

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In Braunau ergänzten wir die Vorräte um sodann gleich den Marktplatz einzunehmen. Dank der Touristeninformation war ein Hotel schnell gefunden. Was sag ich da eigentlich? Ein Hotel? Es war ein Gutshaus mit englischem Garten und Reitstall, welches zum Hotel umgebaut wurde.

Wir waren baff. „Mutti und Vati“ bezogen das herrschaftliche Zimmer im Haupthaus, während wir es uns im ehemaligen Pferdestall gemütlich machten. Übrigens, das Hotel heisst „Veba“. Naja, was jetzt kommt könnt Ihr Euch sicherlich denken, genau, Futter fassen. Wir haben anständig getäfelt. Die Portionen waren sagen wir mal…verdammt groß. Oder wer denkt schon, wenn er sich einen Entenbraten bestellt, gleich eine halbe Riesenente geliefert zu bekommen? Nach der Stärkung und einem kleinen Verdauerli beschlossen wir kurzerhand in das Heimatdorf von Romans und Normans Vaters zu fahren. Wir wollten für den morgigen Tag die Umgebung erkunden, damit wir zielgerichteter vorgehen konnten. Doch es kam ganz anders.

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Der Weg nach Heinzendorf war schnell gefunden. Leider hatte sich im Laufe der Zeit sehr viel verändert. Was damals noch von Bauern bewirtschaftet worden war, lag brach und zugewachsen vor uns. Auch das Elternhaus musste einer Garage weichen. Meinem Vater fiel es sehr schwer, sich zu orientieren. Auch kamen sehr viele Erinnerungen hoch, die längst vergessen geglaubt waren. Wir fuhren das Dorf bis zum Ende ab und bekamen einen kleinen Eindruck, wie das Dorfleben einmal gewesen sein muss. Natürlich wollten wir ein paar Fotos zur Erinnerung machen. Jedoch wurden wir alsbald von den Einheimischen misstrauisch beobachtet und uns wurde mulmig. Kurzerhand noch ein kleiner Abstecher zur ehemaligen Kiesgrube des Urgroßvaters und dann ging es zurück ins Hotel. Leider konnten wir keinen Abstecher mehr in das Kloster Braunau machen, da hier schon die Tore verschlossen waren.

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Zum Abendbrot überraschte uns dann Romans Vater mit den Worten, daß er am nächsten Tag nicht mehr nach Heinzendorf möchte, sondern gleich weiter Richtung Schneekoppe. Er hatte seine Gründe. So fielen wir dann zu später Stund todmüde ins Bett. Vorher regierte jedoch noch König Fußball zusammen mit leckerem einheimischen Bier.

TAG 5 14.06.2012 NACH PETZ/SCHNEEKOPPE – KRUMMHÜBEL/KARPACZ- WEITER NACH HIRSCHBERG

Am gestrigen Abend wurde auf Wunsch meines Vaters die heutige Tagestour umgeplant. Wir starteten nach einem ausgiebigen Frühstück bei Nieselwetter Richtung Schneekoppe. Roman hatte sich bewusst für die Nebenstraßen entschieden, schließlich wollten wir ein paar landschaftliche Eindrücke aufnehmen.

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Knapp 70 km lagen vor uns und wir kamen relativ gut (von einigen Anstiegen jenseits der 15% abgesehen) gut voran. Am späten Vormittag hatten wir dann Petz an der Schneekoppe (tschechische Seite) erreicht und glaubten unseren Augen nicht: Die Seilbahn war geschlossen!!! Im Vorfeld hatte sich Roman ausgiebig über die Schließzeiten erkundigt. Es stand nichts, absolut gar nichts davon im Weltnetz. Wir irrten etwas planlos und frustriert umher und beratschlagten unseren weiteren Tagesplan als plötzlich ein deutscher Busfahrer (aus Rostock!) auf uns zu kam. Er sprach uns an, weil er wohl gemerkt hatte, daß wir genauso angeschmiert da standen, wie er und seine Reisegruppe. Im Gespräch erzählte er uns, daß diese kurzfristigen Schließzeiten wohl öfters vorkommen. Er sagte auch, man solle sich immer in Hotels vor Ort erkundigen, ob die bahn fährt. Diesen Tip gebe ich hiermit an Euch weiter. Er bot uns an, in einer gecharterten Tschutschubahn auf die Schneekoppe mitzukommen. Der Preis war mehr als deftig. Wir lehnten dankend ab, da wir bereits wortlos beschlossen hatten, nach Karpacz weiterzufahren.

Gesagt, getan. Es ging etwas verfrüht auf den zweiten Teil unserer Tagestour. Wir wussten, daß vor uns und unseren Maschinen ein ordentliches Stück Arbeit lag. Und genau so kam es. Der Anstieg zum Paß auf tschechischer Seite ging hervorragend. Die Straße ist sehr gut ausgebaut, mit Leitplanken, Parkplätzen und halt allem was dazu gehört. Die Abfahrt auf polnischer Seite – nunja, sehr eng, holprig, alle 25 m ein Granitblock als Begrenzung, dahinter geht es steil bergab. Ab und zu ein typischer Alleebaum, mehr war nicht. Aber wir haben es geschafft!

Karpacz ist ein ganz bekannter polnischer Kurort. Übersetzt heißt er Krummhübel, was von „Krummer Hügel“ kommt. Doch warum heißt der Ort so? Dazu später mehr… .

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Wir suchten zu allererst die Seilbahn zur Schneekoppe und wurden gleich fündig. Parken kann man fast direkt am Fuße der Bahn. Für 1 Euro wurden die Maschinen besonders bewacht. Also flugs abgerödelt und nichts wie ab auf die Schneekoppe. Auf der Seilbahn mussten natürlich ein paar Fotos gemacht werden. Die Fahrt dauerte etwa 25 min. Oben angekommen erwartete uns ein herrliches Panorama, nur die Schneekoppe musste noch in einem ca. 4 km langen, ansteigenden Fußweg erklommen werden. Da die Zeit etwas knapp wurde und die letzte Fahrt der Seilbahn gen Tal um 16.30 Uhr ging, entschieden wir uns nur zu einer kurzen „Luftvisite“.

Im Tal wieder angekommen, konnte Roman nun endlich seinen Mitreisenden das Staunen in die Augen treiben. Wie gesagt, der Ort heißt „Krummer Hügel“. Nicht ohne Grund:

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In Karpacz gibt es eine Stelle, an der die Erdanziehung irgendwie anders ist. Ich hatte davon vor Jahren mal was gelesen und nun hieß es, diesen Ort zu finden. Er war nur ca. 200 m von der Talstation der Seilbahn weg. Tatsächlich stand dort auch eine Schild (Foto), und das Wohnmobil rollte bergauf. Bergab musste mein Vater Gas geben. Auch unsere Motorräder fuhren wie von Geisterhand von allein bergauf, bergab mussten auch wir Gas geben. Die Wasserflasche? Auch sie wurde bergab angeschubst, rollte, wurde langsamer, blieb stehen und rollte dann immer schneller werdend bergauf. In unserem Magen machte sich ein komisches, übles Gefühl breit. Irgendwas stimmt hier nicht. Was es auch immer war und ist, optische Täuschung oder auch nicht, wir können nur jedem empfehlen dorthin zu fahren und seine eigenen Erfahrungen zu machen. Wir wissen nur eins, wir waren stocknüchtern und alles hier geschriebene haben wir genau so erlebt. Ob Ihrs nun glaubt oder auch nicht. Selbst ein Architekt und ein Dipl.Ing. hatten keine Erklärung. Und Finie verkroch sich gleich wieder im Wohnmobil.

Zurück zur Tagesordnung: Wir wollten ja ursprünglich in Karpacz nächtigen. Da es noch relativ früh war, entschlossen wir uns noch ein paar Kilometer bis Hirschberg/Jelenia Gora zu fahren und dort ein Hotel zu suchen. Also auf die Pferde und los.

Die Fahrt verlief relativ unspektakulär. Der Verkehr nahm zu und wir merkten, daß wir uns einer Großstadt näherten. Da sich diese Etappe kurzfristig ergeben hatte, konnte ich nichts im Vorfeld erkunden. Also suchten wir die Touristinformation um an Infos zu kommen. Zielstrebig einfach Richtung Zentrum halten war unsere Devise. Dann sahen wir sie und hielten zur Orientierung wegen unübersichtlicher Verkehrsführung auf einem Parkplatz am Seitenstreifen. Ihr wundert Euch bestimmt, warum ich das so ausführlich beschreibe. Das hat seinen Grund. Etwa 50 m weiter war ein Zebrastreifen. Dort hielten Fahrzeuge an. Ein weiteres Fahrzeug mit einem jungen Pärchen jedoch verrenkte sich so den Hals nach uns, daß es zu einem Auffahrunfall kam. Uns tat das unendlich leid, aber wir konnten nichts machen. Gott sei Dank ist es nur ein Blechschaden gewesen.

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Mein Bruder Norman ging in die Touristinformation. Er sollte nach einem Hotel mit Garage fragen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er heraus, winkte, gab mir einen Auszug aus dem Stadtplan und sagte, daß Hotel sei bereits gebucht. Ich staunte nicht schlecht, orientierte mich kurz und nach 7 min waren wir da und wurden bereits erwartet. Zu meiner besonderen Freude lag es direkt am Bahnhof und Ihr glaubt nicht, was dort noch an Zügen unterwegs ist. Traumhaft für einen Eisenbahnfan wie mich! Wir haben sehr gut gegessen und König Fußball und Piwo trugen zu einem wunderschönen Tagesabschluß bei. Ich habe die halbe Nacht nur Augen für die schweren Güterzüge gehabt.

TAG 6 15.06.2012 NACH KESZYCA LESNA

Es hieß etwas früher aufstehen und ordentlich frühstücken. Vor uns lag wieder eine etwas längere Etappe. Etwas Wehmut machte sich breit, denn unser heutiges Reiseziel läutete den Ende des Urlaubs ein. Da wir viel Zeit für die knapp 300 km hatten, plante ich die Strecke fast ausnahmslos über Nebenstraßen. Wir hatten keine Ahnung was uns erwartete, aber die heutige Tour war für mich die landschaftlich schönste Tour der gesamten Reise. Wir fuhren von Hirschberg über eine kleine schmale Landstraße mit uralten Bäumen, vielen Kurven, wunderschönen Dörfern und einer traumhaften Natur bis Nowa Sol. Irgendwo zwischendurch hielten wir bei einem Bäcker, deckten uns mit Kuchen ein und machten ein paar Kilometer weiter ein Picknick. Dabei wurden wir kurz von einem Ranger darauf hingewiesen, daß hier kein Zelten erlaubt sei. Wir gaben ihm zu verstehen, daß wir nur eine kurze Pause machten. Mutti und Vati kochten frischen Bohnenkaffee (natürlcih türkisch gebrüht). Das Leben kann so schön sein.

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Ab Nowa Sol kannten wir die Straßen bereits von unserer Fahrt nach Breslau. Es wurde etwas eintönig. In Swiebodzyn sahen wir die polnische Variante der brasilianischen Christusstatue. Auf der Hinfahrt ist sie uns irgendwie entgangen. An der altbekannten Orlen-Tanke ergänzten wir die Vorräte und beschlossen, an der zweiten Bunkeranlage des Ostwalls mit dem alten T34 noch vorbeizuschauen.

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Im Hotel angekommen staunte man nicht schlecht, wir hatten uns ja mit den Worten „bis bald“ verabschiedet und standen nun 4 Tage später wieder vor der Tür. Leider konnten wir nicht unsere alten Zimmer beziehen, da daß Hotel fast ausgebucht war. Eine große Reisegruppe von polnischen Jugendlichen war der Grund. Im Gästehaus nebenan war jedoch noch Platz für uns. Leider wohnten in den Zimmer neben uns lauter polnische Mädchen. Es war dementsprechend etwas intensiverer Verkehr auf dem Flur.

Zum Abendessen gab es standesgemäß Jurek,Schaschwik und Piwo. Lecker. Wir ließen die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren und wussten, daß es morgen unwiderruflich nach Hause ging.

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TAG 7 16.06.2012 NACH NEUBRANDENBURG

Der letzte Tag unserer Tour hat angebrochen. Wir genießen ein letztes Mal ein wundervolles, gemeinsames Frühstück. Das Wetter sah relativ stabil aus und wir machten uns sogleich auf die Socken. Der erste Teil der Rückfahrt sollte uns bis Küstrin führen. Dort gab es ja die lecker Steinpilzsuppe. Und es sollte auch so kommen. Der Hintern brannte uns, wir fuhren stramm durch. Die Strecke kannten wir ja auch hier von der Hinfahrt. In Küstrin haben wir wie geplant gegessen und noch einen kleinen Abstecher in den Shoppingtempel gemacht. Hinter Küstrin verdunkelte sich der Himmel und es fing leicht an zu nieseln. Ein paar Kilometer weiter entschied ich anzuhalten und die Frommse anzuziehen. Wir waren kaum damit fertig, als der Regen einsetzte. Damit waren wir getauft und entjungfert zugleich. Wir können jetzt die Erfahrung teilen, wie man sich unter NVA-Schutzanzügen fühlt und anfühlt. Von außen wurden wir nicht naß, dafür stand innen das Wasser in allen Ritzen.

Der Regen sollte unser Begleiter bis kurz vor Schwedt sein. In Krasni Dolny kurz vor Schwedt ergänzten wir ein letztes Mal unsere Vorräte und befreiten uns aus den Schutzanzügen. Bis Neubrandenburg waren es noch um die 100 km. Alles lief perfekt. Als wir unsere Lieben wieder in die Arme genommen haben, wussten wir, daß wir angekommen sind.

Im Nachhinein betrachtet, war diese Reise sehr schön. Aber wie man sagt, der erste bleibt der Erste.

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